Nachdem im Jahre 1975 die Gemeindereform abgeschlossen war, hatte der damalige Bürgermeister Ernst Rees die Idee, zusammen mit den Ortsteilen im Kernort Stühlingen ein Fest zu feiern. Grund war neben der Zusammenführung der Ortsteile auch die 25 jährige Wiederkehr der Stadrechtverleihung von 1950. So wie damals sollte im Städtlerund gefeiert werden, das Städtlefest war geboren. Große Unterstützung erhielt Rees vom damaligen Leiter des städtischen Verkehrsamtes Walter Berg.

In der Uniform eines früheren Ortspolizisten lud Gerhard Isele zusammen mit Walter Berg die Bevölkerung in allen Ortsteilen zum ersten Städtlefest am 16. August 1975 ein. Bei strahlendem Sonnenschein wurde das Fest ein Treffen vieler ehemaliger Stühlinger in ihrem Heimatort, Feriengäste und Einheimische feierten im idyllisch geschmückten Städtle. Hauptattraktion war der Städtlebrunnen, aus dem lebende Forellen geangelt werden konnten, die dann sofort gegrillt wurden.


 
Gestaltet wurde das erste Städtlefest von folgenden Vereinen:

-Angelsportverein Stühlingen (Forellenangeln)
-Sängerbund Stühlingen (Meerschweinchenrennen)  
-Sportverein Stühlingen (Torwandschiessen)  
-Musikverein Schwaningen (Unterhaltung)  
-Landfrauenverein Schwaningen (Süßigkeiten)  
-Stadtmusik Stühlingen (Bogenschießen)  
-Skiclub Stühlingen (Wurfbude)  
-Trachtengruppe Stühlingen (Tänze)  
-Trachtengruppe Grimmelshofen (Tänze)  
-Feuerwehr Stühlingen (Wurststand)  
-Frauenverein Stühlingen (Kaffeestube)  
-NZ "Hungrige Stühlinger" (Pizza und Barbetrieb)  
-Turnverein Stühlingen (Fotowand und Autozertrümmerung)  
-Gasthaus Rebstock (Straußwirtschaft)  

 
Eine originelle Idee hatte der ehemalige Zollkomissar Winzen. Er brachte einen Esel aus Karlsruhe mit zum Fest, der am Abend versteigert wurde und DM 300. -- für den Kindergarten erbrachte. Eigentümer wurde Malermeister Ernst Eichkorn aus Weizen. Will Person, Walter Berg und die "Baßgeigenmarie" traten spontan als Jahrmarktsmusiker auf. Nach dem großen Erfolg wurde beschlossen, das Städtlefest jährlich am ersten Augustwochenende durchzuführen.
 
In den nachfolgenden Jahren beteiligten sich immer mehr Vereine, so die Trachtengruppe, der Kegelclub "Haarscharf vorbei", der Schwarzwald- verein, Tischtennisclub alle aus Stühlingen, sowie der Musikverein Wangen, der Musikverein Lausheim und der Musikverein Mauchen.
 
Eröffnet wurde das Städtlefest alljährlich mit drei Kanonenschlägen aus dem Kanönle von Peter Scherble aus Lausheim und musikalisch umrahmt von der Statmusik. Die organisatorische Leitung hatte das Hauptamt übernommen.
 
Zum zehnten Städtlefest lud die Stadtverwaltung all jene zu einem Umtrunk ins Rathaus ein, die das Fest in einer Tracht besuchten. Nachdem in den vergangenen Jahren immer warmes Sommerwetter die Besucher verwöhnte, musste es ausgerechnet beim Jubiäumsdfest regnen. In diesem Jahr war besonders viel geboten, so war in der Herrengasse eine Riesenrutsche aufgebaut, die Flohmarktwiiber verkauften ihren "Chruscht", die Patres vom Kloster kurbelten einen alten Laierkasten an, in der Tenne war Tanz und aus dem Städtle- brunnen floß wegen seines 100 jährigen Bestehens kühler Wein. Überschattet war das Fest vom tragischen Unfalltod von Clemens Matt-Willmatt, der auf dem Nachhauseweg verblutete.
 
Immer wieder neue Ideen hatten die teilnehmenden Vereine, immer wieder stießen neue Vereine hinzu und so war das rundgefüllte Städtle jedes Jahr Anziehungspunkt für viele tausende von Besuchern. Das eintägige Fest wurde durch das Frühschoppenkonzert am Sonntag- morgen erweitert. Im Jahre 1990 wurde das Städtlefestareal vergrößert, der Schwarzwaldverein lud seine Besucher zum ersten Mal in seine "Schür" ein. Im Jahre 1991 verwöhnten insgesamt 23 Vereine die Festbesucher und wieder war die malerische Kulisse des Städtles mit den illuminierten Fenstern ein Höhepunkt im Festkalender der Hohenlupfenstadt. Eine "Spielerally" mit 180 teilnehmenden Kindern wurde 1992 von Irmeline Kauffmann organisiert, beim TTF spielte die Augsburger Band "Trio Infernal" Rhythmen aus den 60er Jahren. Eine Oldtimer Schau hatte Roland Porten organisiert.
 
Fest in schwäbischer Hand war der Faßanstich beim Städtlefest im Jahre 1994. Landrat Bernhard Wütz unterstützte die neue Stühlinger Bürgermeisterin Isolde Schäfer tatkräftig und wie es sich für zwei Schwaben gehört, wurde kein Tropfen vergeudet. Dieses 20. Städtle- Fest wurde zum ersten Mal von einem Festausschuß organisiert. Die Leitung hatte Walter Willin.
 
Während die Städtlefestbesucher beim Faßanstich 1995 nur eine Bierdusche abbekamen, waren die Jahre 96, 97 und 98 total verregnet und somit für die Vereine kein Anlaß zur Freude. Beim Städtlefest 99 konnten die Besucher zum ersten Mal das Städtle von oben sehen. Neue Attraktion waren die angebotenen Hubschrauberrundflüge.
 
Anläßlich des Jubiläums, 25. Stühlinger Städtlefest, wurde im Jahre 1999 zwei Tage gefeiert. Wie an all den zurückliegenden Festen fuhr die Pferdekutsche für die Kleinsten und die Spielstraße war wie immer gut organisiert. Absoluter Höhepunkt dieses Jubiläumsfestes waren die Auftritte des Hypnotiseurs Gaspardin. Mit Geschick und Gefühl versetzte er so manchen Besucher in den Halbschlaf, um dann die tollsten Dinge mit ihm zu machen. Eine Gauklergruppe unterhielt die Gäste an verschiedenen Spielorten im Städtlerund. Neu war auch eine Tombola, bei der es als ersten Preis eine Reise nach Mallorca zu gewinnen gab. Über zwei Tage war unser Städtle Anziehungspunkt für viele Gäste aus nah und fern. Die weiteste Reise hatten Roland Högele aus Berlin und aus Amerika war Karl Eisele extra zum Städtlefest angereist.
 
Nach diesem Jubiläums-Städtlefest trat der Festausschuß unter der Leitung von Walter Willin geschlossen zurück. Die organisatorischen Fäden hat danach das ORGATEAM Städtlefest übernommen. Dies sind Elisabeth Marber, Andreas Budde und Richard Beil. Beim Städtlefest 2000 wurde auf traditionelles zurück- gegriffen, aber auch neue Ideen eingebracht. Leider sind nur noch 14 Vereine aktiv am Städtlefest beteiligt und so ist das einmalige Städtlefestflair, dass rundherum gefeiert werden kann stark gefährdet.
 
Das ORGATEAM Städtlefest ist stark bemüht, das Städtlefest durch ein kulturell hochwertiges Rahmenprogramm für die Besucher noch attraktiver zu machen.